Asienreise 2010/11, Blog, Ladakh

Alle guten Dinge sind 3 – Zanskar Trek Teil I

ach unserem Deluxe-Trek haben wir uns entschieden, den Zanskar Trek auf eigene Faust zu organisieren. Voller Vorfreude gings ans Einkaufen: Dampfkochtopf, Toepfe, Teekanne, Teller, Besteck, Gemuese, Reis, Mehl, Plastikblache fuer unsere Kuechenzeltkonstruktion, und was es sonst noch so alles braucht. Es machte richtig Spass, von einem Laedeli zum naechsten zu gehen und die verschiedenen Sachen zu kaufen.

Dann endlich ging es per Taxi zum Ausgangspunkt unseres Treks. Leider war davor eine Bruecke durch das Unwetter weggeschwemmt worden. Wie abgemacht kletterete unser Taxifahren auf die andere Seite um ins Dorf zu gehen und den zweiten Taxifahrer zu imformieren. Die Zeit verging… 4 Std. spaeter, es wurde bereits langsam dunkel, sassen wir immer noch im Taxi vor der Bruecke! Dann, endlich, kam unser Taxifahrer  zurueck. Es stellte sich heraus, dass unser Eseltreiber nicht aufgetaucht war und er einen neuen suchen musste. Zum Glueck erfoglreich! Nur konnte dieser uns nur  2 Tage  begleiten. Danach mussten wir wechseln. Er versprach uns aber, dass dies “no problem” sei! Also gut, dann mal los!

Am naechsten Tag war unser Eseltreiber mit seinen drei Eselchen dann auch wirklich bereit und unser Abenteuer konnte beginnen! Es war schon etwas anders am Abend anzukommen und noch kochen zu muessen, aber es machte auch Spass sein Essen selbst waehlen zu koennen. Vor allem freute es uns, dass unsere Kuechenkonstruktion sich auch bei starkem Wind bewaehrte! *stolz* Durch eine eindrueckliche Schlucht kamen wir am folgenden Tag in Photoskar an. Ein Dorf wie aus dem Bilderbuch. Am Dorfeineingang wurden wir von einem jungen Ladakhi empfangen, dessen Vater unser neuer Eseltreiber war. Er lud uns zum Tee und zum Uebernachten ein. Perfekt, dachten wir! Das Haus sah wunderschoen aus! Es war mit Gebetsfahnen verziehrt und Gras zum trocknen lag oben auf dem Dach. Leider waren Sauberkeit und Hygiene Fremdwoerter im Haus. So wurde zum Beispiel kurz der trockene Jakdung zum anfeuern  in den Ofen geworfen und dann munter weiter im Chapatiteig geknetet. Auch Zwiebeln schaelen war nicht noetig. Es wurde einfach die alles verschnitten und in den Topf geworfen… Aber fuer uns war es trotzdem eine sehr interessante Erfahrung, die andere Seite von Ladakh kennen zu lernen und dabei noch gratis unser Immunsystem zu staerken ;-)

Im Verlaufe des Abends wurde uns dann auch unser neuer Eseltreiber vorgestellt. Es laechelte nett und sprach sogar einige Brocken Englisch, sah aber rein aeusserlich aus wie 70!! Wir dachten uns dann, na ja, die Ladakhi sind ja harte Burschen und dieser alte Opa wird uns morgen sicher noch davonlaufen… Dem war jedoch nicht so! Am naechsten Tag verbrachten wir fast mehr Zeit mit warten als mit Laufen. Zudem sass die Last auf den Eseln immer schraeg und er schaffte es nicht das Gepaeck richtig zu befestigen. Am spaeten Nachmittag erreichten wir dann endlich denn Singge-La Pass auf 4900m. Jetzt noch zirka eine Stunde bis zum Camping. Waehrend unser Eseltreiber gemuehtlich am Pass eine Pause machte, rannten die Esel wie von der Tarantel gestochen los! Philipp hinter her. Unser Eseltreiber hilflos hinterherschauend… Wir konnten nur zusehen, wie die Gepaeckkisten auf dem einen Esel herumgeschuettelt wurden, bis schlussendlich alles zu Boden donnerte und der Esel scheinheilig stehen blieb. Unser Eseltreiber schaffte es dann doch noch uns einzuholen und den Esel neu zu beladen. Der Esel wollte jedoch nicht richtig und versuchte sich immer wieder loszureissen. Kaum liess er den Esel los, rannte dieser wieder los und 2 Minuten spaeter war das Gepaeck wieder am Boden!! Und diesmal schoen verstreut! Nun war der Eseltreiber den Traenen nahe und wir kurz davor ihm den Hals umzudrehen. Einen weiteren Versuch mit diesem verrueckten Esel sparten wir uns, und nachdem wir alle verstreuten Gepaeckstuecke eingesammelt hatten trugen wir das Gepaeck selber die letzten Meter zum Camp. Dort angekommen machten wir das Beste aus der Situation und kochen uns Aelplermakkaronen mit Aepfelmus. Laedierte Aepfel die durch die Gemuesekiste geschuettelt worden waren hatten wir ja genug! Danach sah die Welt schon wieder besser aus. Bis uns der Eseltreiber eroeffnete dass er seine Esel nicht mehr finden koenne!! Inzwischen war es dunkel und eine Suchaktion haette sowieso nichts mehr gebracht…

Erstaunlicherweise standen die Esel am naechsten Morgen bereit. Bei guten Wetter gings durch eindrueckliche Landschaft weiter. In den hoeheren Gegenden hielt bereits der Herbst Einzug und faerbte die Buesche am Wegrand roetlich. Auf einem Pass wo wir eine Pause einlegten, trafen wir auf einem jungen Moench der nach dem Wochenende bei seinen Eltern wieder in einem mehrstuendigen Marsch ins Kloster zurueckkehrte. Wir hatten das gleiche Etappenziel wie er  und er war dann so nett unserem erschoepften Eseltreiber ein wenig zu helfen. Das heisst, er trieb die Esel, waehrend unser Eseltreiber versuchte den Anschluss nicht zu verpassen!! Endlich in Lingshed angekommen, eroeffnete er uns dass er den morgigen Pass nicht machen koenne. Er sei zu schwach und habe Bauchweh!! Uns platzte der Kragen! Genervt schickten wir ihn zurueck nach Hause und machten uns auf die Suche nach einem anderen Eseltreiber. Mit Hilfe des Dorfdoktor, den wir zufaellig kennen gelernt hatten, fanden wir dann auch Ersatz unf konnten so 2 Tage spaeter wieder aufbrechen. Es wurde auch Zeit, den waehrend unserer Wartezeit wurde uns so viel Buttertee serviert, dass wir nicht mehr wussten wohin damit! :o)

Mit dem dritten Eseltreiber verlief der Trek dann reibungslos. Wir konnten die Landschaft geniessen und hatten durch ihn sogar noch gratis Ladakhiunterricht. Und das Beste, er machte fuer uns den Abwasch! :o) Genau so hatten wir uns den Trek vorgestellt! Im Vergleich zu Changtang hatte sich die Landschaft komplett veraendert. Es war viel bewachsener und durch den Herbseinzug erstahlte alles in den verschiedenstens Farben. Umrundet wuerde das Ganze von majestaetischen, schneeverzuckerten Bergen. Immer wieder passierten wir Doerfer, in welchen die Bevoelkerung mit der Ernte beschaeftigt war. Im Verlauf des Treks hatten wir so die Moeglichkeit den gesamten Erntevorgang zu beobachten. Eine spannende und farbenfrohe Erfahrung.

In Padum angekommen frischten wir erst mal unsere Vorraete auf. Zudem mussten wir hier die Pferde fuer den zweiten Teil organisieren. Denn einst stand fest, mit Eseln wollten wir nicht mehr reisen!!