Asienreise 2010/11, Blog, Ladakh

Es schneielet und beielet – Zanskartrek Teil 2

Nach zwei Tagen in Padum, der „Hauptstadt“ von Zanskar, fuehlten wir uns wieder relaxed und bereit fuer neue Taten. Padum ist sehr abgelegen, und erst seit etwa 25 Jahren ueber eine 200km Holperstrasse in den Sommermonaten erreichbar. Dies zeigte sich dann auch beim Einkaufen. Bis Corina endlich ihren geliebten Honig gefunden hatte, hatten wir mindestens acht Laeden abgeklappert ;-)

Der Trek begann dann mit Nieselregen und nach einer „kleineren Verspaetung“ von einer Stunde traf dann auch der Horseman mit seinen drei Pferden ein. Zuerst fuehrte der Weg durch die enge Schlucht des Tsarap-Flusses auf oft kunstvoll angelegten und ausgesetzten Wegen. Schon am naechsten Tag stand einer der Hoehenpunkte des Treks auf dem Programm: Wir besichtigten das Phugtal-Kloster. Dieses Kloster wurde mitten in eine imposante Felswand gebaut. Die Aussicht ist schwindelerregend, leider wird das Bild vom vernachlaessigtem Zustand der Gebaeude und den Abfallbergen getruebt. Die Zanskaris nehmen es leider in Sachen Ordnung deutlich gelassener als wir Schweizer Perfektionisten… Uebernachtet haben wir dann auf dem bisher schoensten Campingplatz unserer Reise inmitten von Sonnenblumen.

Fuer den kommenden Tag wurden wir vom Inhaber der Trekkingagentur zu seiner Familie nach Hause eingeladen. So lernten wir wiedermal ein paar neue Sitten und Zanskari-Gerichte kennen und verbrachten einen Abend mit der ganzen Familie. Diesmal wurde dann gluecklicherweise unsere Ueberwindung bezueglich Essen in keiner Weise strapaziert.

Waehrend der Nacht hatte es ein wenig geregnet und das Wetter schien nicht besser werden zu wollen. Optimistisch machten wir uns trotzdem auf den Weg. Unterwegs nahm dann der Gegenwind eine solche Staerke an, sodass wir uns wie an der Tour de France im Fuehren abwechselten. Nur halt eben ohne Velo ;-)

Irgendwie hatte wohl unser Horseman erzaehlt, dass ich im medizinischen Bereich arbeite und prompt tauchten auf dem Trek mehrere Personen auf die Hilfe benoetigten. Der erste hatte sich vor einem Monat den Knoechel verstaucht und wollten nun ein „Pflaster“. Mit meinem Tipp anstatt mit seinen Plastikschlarpen besser mit anstaendigen Schuhen herumzulaufen war er aber wohl besser bedient… Andere Personen fragten nach Augentropfen, trugen aber trotz der intensiven UV-Strahlung nie eine Sonnenbrille, obwohl es die zu erschwinglichen Preisen zu kaufen gibt. Unser Horeseman gehoerte uebrigens auch dazu…

Nun stand der Weg ins Shingo-La Basecamp an. Am Morgen erwartete uns sonniges Wetter, aber auf halber Strecke befanden wir uns ploetzlich in einem ausgewachsenen Graupelschauer und waren froh, dass wir unserem Pferdefuehrer nachtrotten koennen, der den Weg kannte. Nach einer kleinen Besserung begann es dann am Nachmittag zu schneien und wir kuschelten uns in unsere warmen Schlafsaecke. Unser Pferdefuehrer schien ein ganz harter Typ zu sein, denn er hatte weder Kappe noch Handschuhe dabei. Corina haekelte ihm dann einen Stirnband und am kommenden morgen, bei minus 5 Grad, muessten wir ihm schlussendlich unsere Handschuhe ausleihen, damit er seine Pferde bepacken koennte…

Bei strahlend schoenem Wetter stiegen wir nun zum hoechsten Pass dieses Trekkings auf 5100m auf. Der Schneefall hatte sich in Grenzen gehalten, sodass sich der Weg gut finden lies und wir schon bald auf dem Pass ankamen, wo wir die Aussicht auf diverse umliegende 6000er geniessen konnten. Der Abstieg war dann sehr flach und zog sich ewig in die Laenge. Wir schlugen frueh unser Camp auf uns liessen bei Roesti und Aromat (Simone sei dank!!!) zum verspaeteten Zmittag heimatliche Gefuehle aufkommen. In zwei Tagen stiegen wir dann nach Darcha ab um dort einen Bus zurueck in die Zivilisation zu nehmen. Der Verkehr war jedoch so gering, dass wir uns schon beinahe damit abfanden einen Tag in diesem Kaff steckenzubleiben. Schlussendlich schaffte es dann aber ein Teehaus-Besitzer uns zwei Sperrsitze in einem indischen Tanklastwagen zu vermitteln. Die beiden Inder sprachen kein Wort Englisch, aber mit Haenden und Fuessen wussten wir uns dann doch zu verstaendigen. Die vermeintlich kurze 150km Fahrt zog sich schlussendlich extrem in die Laenge. Mit durchschnittlich 20-30km/h krochen wir ueber die Paesse. Die Strassen ware unglaublich schlecht und zum Teil schlicht und einfach eine Schlammpiste. Nach 7 Stunden kamen wir dann muede aber wohlbehalten in Manali an. Das „wohlbehalten“ waehrt aber nur kurz. Als der Fahrer das Gepaeck vom Dach herunterreichte, oeffnet sich unsere Kiste mit den Kochtoepfen und diese polterten krachend auf mich herunter. Der Dampfkochtopf schafft es exakt auf meiner Stirn zu landen und mich mit einer zuenftigen Beule zu begluecken. Mein Glueck dass wir beim Kauf gespart hatten und den guenstigen und damit leichteren Topf gekauft hatten ;-)

Na dann, herzlich willkommen im „richtigen“ Indien…

In Manali genossen wir wiedermal alle Vorzuege einer Kleinstadt, liessen uns professionell von Kopf bis Fuss durchkneten um dann entspannt im  Nachtbus nach Dehli zu reisen. In Dehli wurden wir von 40 Grad Hitze erwartet. Also definitiv fertig mit schneiele und beiele…. :-)

Sorry uebrigens fuer das Chaos mit den Gallerien. Nun sollte alles stimmen und ihr koennt nun auch die Changtangfotos und die Photokommentare zum Zanskartrek 1  anschauen (das war dann also nicht unser Taxi im Fluss…;-)

Zudem freuen wir uns natuerlich immer ueber eure Kommentare zu unseren Blogeintraegen. Also haut rein in die Tasten…