Asienreise 2010/11, Blog, Kambotscha

Route 66 und andere staubige Strassen

Phnom Phen verlassen wir bequem per Bus, um dem Verkehr auf den Hauptstrassen auszuweichen. Unser nächstes Ziel ist der Norden von Kambotscha, wo wir einige alte Tempel besichtigen wollen. Auf der sogenannten Route 66, einer Strasse aus der Ankorzeit, welche die verschiedenen Tempel miteinander verbunden hat, soll es dann nach Siem Reap gehen wo die Besichtigung der Tempel von Ankor auf dem Programm steht. Nun aber der Reihe nach…

In Preah Sambor angekommen, lassen wir uns die Tempel von einem Guide erklären. Eifrig erzählt er uns über all die verschiedenen Epochen, Könige, etc.
Jahreszahlen werden in den Sand geschrieben und uns brummt schon bald der Kopf ;-) Die Tempel selbst haben leider ziemlich gelitten. Ein Grund dafür ist unter anderem die Witterung, Hauptverantwortlich waren aber die Roten Khmer, welche mit blinder Zerstörungswut alle Statuen kurz und klein geschlagen haben. Mangels Guesthouse übernachten wir in einer Homestay im Dorf. Wir beziehen ein Zimmer und werden von der Familie fürsorglich verköstigt und umsorgt. Am anderen Morgen geht es weiter über sandige Strassen und zahlreiche Baustellen. Lastwagen hüllen uns regelmässig in dicke Staubwolken, sodass wir von Kopf bis Fuss mit rotem Staub eingepudert im Guesthouse ankommen.

Am nächsten Tag wollen wir es dann wissen… Die sogenannte Route 66 ist angesagt. Dass diese bezüglich Strassenqualitaet nicht mit ihrem amerikanischen Pendant mithalten kann, ist uns klar, aber welche Mühen wir uns da aufbürden, dürfen wir nun Meter für Meter „erfahren“. Die Strasse ist ein kleiner Feldweg mit sehr sandigen Abschnitten, meist an der Grenze zum schieben. So zirkelten wir unsere Velos mit lächerlichen 8km/h von einer fahrbaren Stelle zur nächsten, immer hoffend nicht im Sand steckenzubleiben. Viele Leute sind hier nicht unterwegs. Ein paar Vespas beladen mit bis zu fünf Familienmitgliedern und der eine oder andere Ochsenkarren. Die Kinder hier scheinen nicht an Farangs (Auslaender) gewöhnt, obwohl die Strecke ab und zu von Töfffahrern befahren wird. Einige winkten zwar scheu und rifen “ok, ok” (der erfolgreiche Englischunterricht laesst grüssen), andere rannten aber weg als würde es um ihr Leben gehen ;-) Nach 35km kommen wir dann ziemlich fix und foxi in einem winzigen Dorf an. Schnell ist das Dorfrestaurant gefunden und wir stillen unseren Hunger mit einem guten Essen für je gerademal 1 Fraenkli… Lustig in Kambotscha ist übrigens die Teekultur. In allen Restaurants gibt es gratis heissen Grüntee. Statt den Tee abzukühlen wird er mit Eis serviert… Noch besser gefällt uns aber der Eiskaffee. Man nehme Kondensmilch, ein Glas voller Eis und giesse frisch gefilterten Kaffee darüber… Mhmmmmm!! Die nette Dame vom Restaurant organisiert dann auch ein Zimmer für uns. Mit etwa 80qm fast eine Suite währe da nicht der rohe Bretterboden und die einen oder anderen Spinnennetze… Den Nachmittag verbringen wir in der Hängematte baumelnd und relaxen.

Am nächsten Tag geht’s wieder früh los. Irgend ein Vollidi… sorgt dann dafür, dass wir nicht verschlafen. Um 4.30 probiert er in voller Lautstärke seine Stereoanlage aus, sodass das ganze Dorf wach ist… Janu, wir drehen uns noch ein paarmal und stehen dann auf. Der Weg hätte eigentlich besser werden sollen, aber dem ist leider nicht so. Wie sagt man so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt… ;-) Nach zwei anstrengenden Stunden durch die wunderschöne Steppenlandschaft im kambotschanischen Niemandsland müssen wir umkehren. Der Weg ist zu schlecht und wir haben keine Lust den Weihnachtsabend mangels Unterkunft in unseren Hangematten irgendwo am Wegerand zu feiern… Aber janu, probiert haben wir es. Das nächste Mal nehmen wir ein GPS mit.
So haben wir nochmals unsere Suite bezogen und feiern Weihnachten mit Corinas gemaltem Weihnachtsbaum, einer Kerze, gutem Essen und einem kühlen Bier. So geht das in Kambotscha! ;-)

Auf einem besseren Weg schaffen wir es dann am nächsten Tag bis nach Siem Reap, dem Städtchen bei den berühmten Ankor-Tempeln. Hier faulenzen wir am Swimmingpool und besichtigen die verschiedenen Tempel. Wahrscheinlich sind wir nicht so die richtigen Tempelfreaks, denn so richtig aus den Socken gehauen hat es uns nicht. Vielleicht liegt es auch an den Touristenmassen, denn Ankor ist eine der Hauptsehenswuerdigkeiten in Südostasien.

Frisch erholt geht es dem Mekong entgegen. Während die Reisbauern normalerweise nur einmal pro Jahr nach der Regenzeit ernten, können die Bauern am Mekong dank dessen Wasser gleich zweimal ernten. Der Mekong ist deshalb wie eine Lebensader für Kambotscha, und an seinen Ufern ziehen sich nicht enden wollende Dörfer entlang. Neben fruchtbaren Reisfeldern gibt es hier in der Region anscheinend auch ein paar gute Schulen. So werden wir immer wieder von jungen Leuten angesprochen, die mit uns ihr Englisch praktizieren wollen. Dies gibt uns im Gegenzug die Möglichkeit etwas über das Leben der Kambotschaner zu erfahren. Eines Abends werden wir dann auch noch in eine Englischklasse eingeladen, wo uns die Schüler mit Fragen bombardieren dürfen und sich über die Fotos aus der Schweiz amüsieren.

Nach rund 1200 erstrampelten Kilometer erreichen wir Laos und relaxen hier in einem kleinen Bungalow in der Hängematte. Unsere müden Beine haben es nötig…
Wir wünschen euch Allen ein gutes 2011 und einen schönen Winter!!!