Bikepacking Tipps

Hier ein paar Tipps und Überlegungen zum Thema Bikepacking

Allgemeines
Um sowenig wie möglich aber soviel Ausrüstung wie nötig dabeizuhaben, lohnt es sich die Packliste gründlich durchzudenken. Im Internet gibt es Beispiel-Packlisten zur Genüge zur Inspiration. Schlussendlich wird man aber nicht darum herumkommen sein eigenes Material zu wägen und eine eigene Packliste zu erstellen. Zumindest wenn man Ambitionen hat leicht unterwegs zu sein. Eine praktische Packliste auf der Basis von einem Excel-Formular gibt es hier zum Download.

In westlichen Ländern wie der USA lohnt es sich auf die Post-Dienstleistungen zurückzugreifen. Material, welches für die nächsten 1-2 Wochen nicht benötigt wird (Zelt, Daunenjacke, etc), kann per Post an das nächste Hotel oder postlagernd an eine Postfiliale vorausgesendet werden. Mit weniger Gepäck fährt es sich leichter…

Ein guter Wasserfilter ist wichtig um vorzu Wasser filtern zu können. Wir sind begeistert vom Sawyer Wasserfilter. Mit 60 Gramm extrem leicht, ist es der perfekte Filter für einen Bikepacking-Trip. Das Wasser kann von Hand durch den Filter gepresst werden oder wenn man mehr Geduld hat kann man die Schwerkraft die Arbeit machen lassen.  

Für die Navigation gibt es natürlich verschiedene Varianten. Wer Gewicht sparen möchte kann ggf. auf ein GPS-Gerät verzichten und stattdessen das Smartphone für die gelegentliche Navigation an Wegkreuzungen nutzen. Im Flugmodus halten die meisten Smartphones 2-3 Tage durch.

Als Navigations-App haben wir „Locus“ in der Pro-Variante genutzt. Neben dem Offline-Kartenmaterial ist der Vorteil bei dieser App, dass man aus GPS-Tracks ein Höhenprofil generieren kann und so unterwegs abschätzen kann wie viele Höhenmeter noch zu absolvieren sind. Mit Internetverbindung können auch neue Tracks am Smartphone gezeichnet werden.
Ebenfalls oft benutzt wird die App „Gaia GPS“

Ein SPOT-Messenger ist in Gebieten weitab der Zivilisation eine beruhigende Sache. Zu einem bezahlbaren Preis bekommt man ein Gerät mit dem man weltweit per Satellit Hilfe anfordern kann.

Über die optimale Kochausrüstung werden in Onlineforen hitzige Diskussionen geführt. Ob man sich für einen Sprit-, Gas-, Benzin- oder Holzkocher entscheidet sei jedem selber überlassen. Was wir gemerkt haben, ist dass die grossen Gewichtsersparnisse so oder so bei den Lebensmittel und nicht bei der Kochausrüstung gemacht werden. Also genau überlegen wieviele Lebensmittel man wirklich brauchen wird, statt grössere Mengen zu bunkern.
Selber nutzen wir einen MSR-Gaskocher, den wir mit einem DIY-Windschutz ergänzt haben. Erfahrungsgemäss reicht uns zu zweit eine 100g Gaskartusche ziemlich exakt für drei Tage (jeweils für Tee am Morgen und Abend, 1-2x Nudelsuppe am Mittag & jeden Abend Pasta, Couscous, Reis, Kartoffelstock o.ä.)

Die leichteste DIY-Dusche wiegt gerademal 1 Gramm und nimmt keinen Platz in Anspruch. Da man in Wüstengegenden nicht immer direkt bei einer Wasserquelle campen kann, haben wir jeweils noch ein paar Liter Wasser zum „Duschen“ mitgenommen. Der mit ein paar Löchern versehene Petflaschen-Deckel hat sich dann bewährt um mit wenig Wasser eine erfrischende Bucketshower geniessen zu können. Besonders geeignet sind die Platypus-Wasserbehälter bei denen man mit einer heissen Nadel ein Loch in den Rand stechen kann und sie dann bequem mit einer Schnur an einen Baum hängen kann.

 

 

 


Bikepacking – Reparaturset

Wie umfangreich das Reparatur- und Ersatzmaterial für die Tour ausfallen soll, hängt von der Destination, den Trails und der Verfügbarkeit von Bikeshops ab. Ob man z.B. einen Ersatzreifen mitschleppen will muss man sich gut überlegen. Ein Karkassen-Flick bzw. Zahnseide und eine stabile Nadel könnten eine leichtere Alternative sein.

Minimalversion
Multitool mit Kettennieter, Nippeldreher, Torx 25
Luftpumpe
Ersatzschlauch 29″ (ultralight)
Reifenheber (1-2 Stück)
Flickzeug mit einer ungeöffneten Vulkanisierungslösung
Kettenschloss (9/10/11 fach)
kleiner Lappen
Einweg-Handschuhe
Wenig Duct Tape (einige Lagen auf ein Kartonstück rollen)
Zahnseide mit stabiler Nadel
Kabelbinder
Ersatz Bremspad
Ersatz-Schaltkabel

Erweiterte Version
NB-Tool (Freilaufabnehmer)
Dichtmittel für Tubeless-Reifen
Öl
Wenig Draht
Ersatz Cleat-Schraube (meist geht ja nur eine Schraube verloren)
Notspeiche (Kevlar)
2 normale Speichen im Lenker verstaut
einige Ersatzschrauben
Ersatz-Schaltauge
Superkleber
Dämpferpumpe


Bikepacking – 1.Hilfe Set

Minimal
Desinfektionsmittel klein
Kleines Taschenmesser mit Schere und Pinzette
Schnellverband/Pflaster
Steristrip
Gaze-Binde klein
Selbstklebende Stützbinde
Nicht klebende Wundauflage
Leukotape bei Blasen
Dreiecktuch
Rettungsdecke oder Einweg-Biwaksack

Medikamente
Ibuprofen, Aspirin, NSAR (Tonopan/Voltaren)
Reiseübelkeit (Travelgum)
Übelkeit (Motilium)
Durchfall (Immodium)
Verstopfung (Tavolax)
Hustenreiz (Pulmofor)
Bauchkrämpfe/Nierenkolik (Buscopan)

Allergische Reaktion:
Antihistaminika (Zyrtec)
Kortikosteroid
Anaphylaxie (Adrenalin 1mg & i.m. Spritze – nur für med. Fachpersonen)

Erweitert (Entwicklungsländer, grosse Höhe, etc)
Fieberthermometer
Lippenbalsam mit Sonnenschutz
Sonnencreme
Ev. Handcreme/Pflegecreme bei rissiger Haut
Ev. Antibiotika bei Diarrhoe
Ev. Malaria-Notfallmedikament
Ev. Medikamente gegen Höhenkrankheit

 


Bikepacking in Wüstengebieten

Je nach Grosswetterlage kann man in trockenen Gebieten auf ein Zelt oder Tarp verzichten. Dies bedingt natürlich, dass man den Wetterbericht konsultiert und sich Gedanken über einen Plan B macht. Nicht unterschätzen sollte man die Kälte der Nacht. Diese ist in Wüsten meist sehr ausgeprägt.

Wüsten sind oft die Heimat von allerlei stachligem Gewächs. Tubeless-Reifen machen daher Sinn. Dabei sollte man bei den Reifen nicht allzu stark am Gewicht sparen. Dünne Seitenwände sind oft die Schwachstelle von Reifen. Ein Reifenflickzeug wie Maxalami o.ä. ist natürlich Pflicht.

Unter der Wüstensonne wird man tagsüber so richtiggehend „gegrillt“. Es empfiehlt sich ein Langarmhemd mit einem Kragen um die exponierten Unterarme und den Nacken zu schützen.  Alternativ verwenden einige Leute auch Armlinge aus weissem Stoff.

Pflicht ist auch eine sehr gute Sonnencreme. Am besten wasserfest und mit einem Schutzfaktor von 50. Umso höher der Schutzfaktor umso weniger oft muss man sich frisch eincremen und umso weniger Sonnencreme muss man durch die Gegend transportieren…

Wasser ist oft knapp und muss in entsprechend grossen Mengen mittransportiert werden. Meiner Meinung nach gehört  Wasser an den Rahmen und nicht in den Rucksack. Dort stört mich das Zusatzgewicht zu stark. Optimal vom Schwerpunk her ist die Befestigung von einer 1.5 oder 2l Flasche am Unterrohr. Wer keine entsprechenden Bidonhalter-Gewinde in seinem Rahmen hat, kann sich mit Klettbändern oder Voile-Straps behelfen.

Die Wasserqualität in der Wüste ist oft recht schlecht. Manchmal bleibt auch nach dem Filtern noch ein Nebengeschmack übrig. Für diese Fälle haben wir ein paar Beutel Getränkepulver mitgeführt. (Die Light-Variante hat nur Aromastoffe und keinen Zucker und ist daher leichter…)

Bezüglich Lenkergriffen hätten wir uns gewünscht ein Produkt aus Moosgummi montiert zu haben. Durch die Mischung aus Schweiss und Sonnencreme färben herkömmliche Gummi-Lenkergriffe stark auf die Handflächen ab. Moosgummi-Griffe sind da angenehmer.