Trekking in Nepal

Trekking in Nepal (Stand 2010)

Allgemein
Nepal ist wohl das bekannteste Land der Welt für mehrwöchige Trekkingtouren. Die Infrastruktur ist in vielen Gebieten sehr gut, sprich Lodge-Trekking ist üblich und ein Zelt komplett unnötig. Natürlich gibt es neben den bekannten Gebieten auch noch weniger besuchte Regionen die sich für einen Campingtrip eignen.

Leider ist Nepal  zu einem Trekkingland der Permits geworden. Es gibt ein Registrationspermit (TIMS), Nationalparkpermits und teure Permits für restricted Areas (meist Grenzgebiete, z.B. Mustang 700 USD / 7 Tage)
Da Trekking in Nepal BIG BUSINESS geworden ist haben sich unter den Agenturen auch einige schwarze Schafe eingenistet. Wer sich genügend informiert kann diese „No Problem, no Problem“ – Agenturen sicher selber aussortieren…

Wer auf der Suche nach einem einsamen Trekkinggebiet ist, der liegt mit Nepal sicherlich falsch. Die meisten Treks sind leider sehr stark begangen. Wer etwas ruhigeres sucht, dem würde ich eher Ladakh/Zanskar oder Himachal Pradesh in Indien vorschlagen.

Visum
Visa on Arrival. Drei Monate kosten 100 USD. Einige Trekkingpermits können entgegen anderen Informationen nur in Kathmandu bezogen werden und nicht in Pokhara.

Reisezeit

Optimale Reisezeit ist im Herbst nach dem Monsun von Ende September bis Ende November. Auch geeignet ist die Zeit vor dem Monsun im April.

Sprache
Nepalisch. Englisch ist jedoch weit verbreitet.

Anreise/Transport
Flug nach Kathmandu Überland von den Nachbarländern. Weiter ev. per Inlandflug. Achtung: Inlandflüge (besonders von der Everestregion) können manchmal für Tage oder Wochen gecancelt werden wegen schlechter Sicht. Sightseeing in Kathmandu sollte man deshalb besser am Ende des Trekkings einplanen, sodass man nicht seinen internationalen Flug aus Kathmandu verpasst wenn man z.B. in Lukla steckenbleibt.

Geld
Diverse ATM in den grösseren Städten. Maximalbezug rund 500 USD.

Preisbeispiele:
Doppelzimmer etwa 4-15 $
Übernachtung in Trekkinglodge (Twinroom) 2-3$
Essen in einfachem Restaurant etwa 2-3$
Essen in Trekkinglodge 3-6 $
1 Liter Mineralwasser 20 Cent (im Everestgebiet bis 4$)
500km Busfahrt (Manali-Dehli) 6$
Eintrittspreise Sehenswürdigkeiten 1-2$

Unterkunft
Grosses Unterkunftsangebot in Kathmandu und Pokhara. In den Trekkinggebiete dichtes Netz an Trekkinglodgen mit hohen Niveau.

Spezifische Trekkinginformationen
Aktuelle Informationen einholen, denn immer mehr fressen sich die Strassenbautrupps in die Trekkinggebiete hinein und so lassen sich die Trekkingrouten z.T. um einige Tage abkürzen (z.B. Annapurna). Allerdings sind die Strassen so schlecht dass sie meist nur Durchschnittsgeschwindigkeiten von 20-30km/h zulassen.

Trekkingorganisation
Viele Treks (Annapurna/Everest) können problemlos individuell ohne Träger und Guide begangen werden wenn man sich nicht vor einem schwereren Rucksack scheut und bereit ist sich über die Route zu informieren.
Für einige Gebiete (restricted Areas) ist ein Guide zwingend vorgeschrieben und bei einem Campingtrek wo man Träger engagieren muss ist er aus Kommunikationsgründen so oder so nötig. (Träger sprechen kaum Englisch)
Man muss sich jedoch im klaren sein was man von einem nepalesischem Guide erwarten darf und was nicht… Sicher gibt es auch sehr kompetente Führer, aber der durchschnittliche Guide hat keine Ahnung von Erster Hilfe/Höhenkrankheit (noch trägt er eine Apotheke mit sich) und kennt sich sich nicht bezüglich alpinen Gefahren aus. (Die meisten Guides kommen aus dem Flachland) Zudem geben auch die unterschiedlichten kulturellen Hintergründe/Vorstellungen auch oft Grund zu kleinen Konflikten. So ist es für viel Guides klar dass sie irgendwas für ihre Kunden zum Lunch bestellen ohne diese erst zu fragen auf was sie Lust haben…
Lange Rede, kurzer Sinn: Ein nepalesischer Guide ist kein Schweizer Bergführer. Ein Guide ist ein hilfreicher Organisator (Busreisen, Lodges, Verständigung in Nepali, Erkundigung über aktuelle Wegsituation/-zustand, etc) Für eine gute Reiseapotheke sollte man aber selber besorgt sein und Selbststudium über Höhenkrankheit macht auf jedenfall Sinn.

In Kathmandu und Pokhara wimmelt es von Trekkingagenturen, die vom Träger bis zum Luxustrekking alles organisieren können. Welche man auswählt ist nicht immer ganz einfach. Am besten man hört sich bei anderen Trekkern um oder besucht einfach mal 2-3 Agenturen und sieht schnell welche dass passt.
Wichtig:
Unbedingt mit dem Guide ein Treffen vereinbaren um z.B. einen Kaffee zu trinken und schauen ob es zwischenmenschlich klappt…
Viele Agenturen wollen einem all-inclusive Treks zu Tagesraten (25-70 USD) verkaufen. Besser darauf beharren dass man die Kosten aufgesplittet sehen möchte. (Porter, Guide, Reise-/Flugkosten, Permitorganisations-Gebühr) So kann man auch besser vergleichen. Die Agenturen verdienen ihr Geld mit Gebühren für die Organisation der Permits und indem sie einen Teil der Tagessätze der Porter und Guides abzweigen. Anhaltspunkte für Löhne (inkl. deren Lodging/Verpflegung) sind rund 10 bis 15 USD für einen Porter und 15-20 USD für einen Porter. Ein individuell angestellter Porter trägt etwa 15-20kg. (Bei vollorganisierten Treks bis 30kg und wenn sie auf eigene Rechnung arbeiten bis 100kg….)
Von den 15 USD Porterlohn kommen rund 10 USD wirklich beim Porter an. Davon muss er sich noch verpflegen…  Glaubt keiner Agentur die euch 25-30 USD für einen Guide abknöpfen will, dass der Guide besser verdienen würde. Besser einen normal bezahlten Guide engagieren und dann jenach Zufriedenheit ein gutes Trinkgeld geben. (wird erwartet!!!)
Von der Agentur sollte man sich einen klaren Etappenplan geben lassen und überprüfen ob die Wanderzeit pro Tag mit den eigenen Bedürfnissen übereinstimmt. Zudem sollte abgemacht werden was ist wenn man mehr oder weniger Trekkingtage benötigt.
Unbedingt muss die Agentur sicherstellen dass Träger und Führer für den Trek Kranken- und Unfallversichert sind!
Abklären dass die Träger und Porter angemessen ausgerüstet sind. Gute Schuhe (keine Sandalen), Sonnenbrille, warme Kleider, Schlafsack, etc

Vollorganisierte Trekkings
Wer z.B. in der Schweiz ein Trekking in Nepal bucht zahlt rund 200.- Fr pro Tag für ein all-inclusive Trekking, und geht wohl bei diesem stolzen Preis auch davon aus dass die Träger ordentlich bezahlt sind. Dem ist aber nicht zwingend so! Daher ruhig mal nachfragen wie hoch (bzw. wie tief) der ausbezahlte Lohn der Träger ist. Zudem fragen wo die Träger schlafen können (bei überfüllten Lodgen müssen die Träger z.T. bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt draussen schlafen. )
Apropos sinnloses Gepäck, Rollkoffer sind zwar praktisch in der Stadt, aber auf dem Rücken der Träger sind sie weitere 4-5kg unnötiges Gewicht…. Ebenso wie 15 T-Shirts für ein zweiwöchiges Trekking.

Mitbringen
Unbedingt eine Möglichkeit zur Wasseraufbereitung zum Trekken mitbringen! Der Mineralwasserpreis steigt in der Everestregion bis zu 6 USD pro Liter (Kathmandu 13 Cent). Zudem ist es sinnlos wenn Träger bis 100 Liter Mineralwasser über 10 Tage in die hochgelegenen Lodgen schleppen wenn das vorhandene Wasser mit ein paar Tropfen Chlor desinfizieren kann.
Chlor ist in Kathmandu für 30 Cent erhältlich. (2h einwirken lassen wegen Giardia)

Für all die Visas und Permits lohnt es sich von Zuhause einige Passfotos mitzubringen.

Infos
z.B. Trailblazer Guidebook Annapurna oder Everest

Fazit
Nach unseren Trekkingerlebnissen in Ladakh (indischer Himalaya) waren wir ein wenig enttäuscht von Nepal und dessen Touistenmassen. Trotz allem ist Nepal ein faszinierendes Land mit einer Landschaft die seinersgleichen sucht. Gefallen hat uns besonders die Vielfalt. So startet man auf 500m im feuchten Urwald und kommt Tage später auf 5000m im ewigen Eis an.

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