Unterwegs durch Asien

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Fotoabend

Nach einem halben Jahr zurück in der Schweiz sind unsere Reisefotos nun sortiert, und die Zeit ist reif für einen Fotoabend. Wir würden uns freuen Dich an einem der Abenden zu begrüssen:

-Freitag 4.Mai 2012, Zug (Clubhaus SAC-Zug, Feldstrasse 20)

-Donnerstag 27.September 2012 um 19.30, Zug (Clubhaus SAC-Zug, Feldstrasse 20)

-Samstag 29.September 2012 um 19.30, Aula, casa da scola, Sedrun
Der Eintritt ist selbstverständlich frei und gerne können auch Freunde und Kollegen von dir mitkommen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Ein Blick zurück…

Seit gut zwei Wochen sind wir wieder zurück in der Schweiz und haben uns schon wieder gut eingelebt. Zeit um einen Blick in die Vergangenheit zu werfen.

Genau 404 Tagen waren wir unterwegs! Wir sind von Zürich nach Asien geflogen ohne genau zu wissen was auf uns zukommen wird. Seitdem wir ein wenig nervös das Flugzeug bestiegen haben ist viel Zeit vergangen:
- Wir haben einige hundert Kilometer auf Trekkings zurückgelegt, waren 12’000km mit dem Velo unterwegs, sind über 29 4000er Pässe und 13 3000er Pässe geradelt, und je über eine handvoll 4 und 5000er Pässe getrekkt.
-Wir haben dem Wetter getrotzt: tropischen Temperaturen bei 40°C und  Graupelschauer und eisigem Wind bei minus 10°C.
- Wir sind von der dünnen Luft der 6000er in Ladakh bis hinunter in die Hitze der Wüste von Turpan auf minus 150m gereist.
- Wir haben rund zwei Liter Sonnencreme eingestrichen, etwa 15 Liter Benzin „verkocht“ und die Menge an gegessenen Teigwaren geschweige denn Reis, können wir nicht annähernt erahnen.

Auch unsere Velos hatten einiges zu ertragen… Es gab 20 Platten zu flicken, zwei Reifen haben wir durchgefahren, sechs Paar Bremsklötze durchgebremst, drei Paar Schuhe durchgetragen, zweimal ist ein Anlötteil vom Rahmen gebrochen und ein Kugellager hat sich in “Mus” verwandelt ;-)

Es war eine Reise mit vielen Facetten und eindrücklichen Erlebnissen, beeindruckender Gastfreundschaft und vielen neuen Begegnungen unter anderen Velofahrern und Reisenden. Wir wurden nie bestohlen, Dinge die vergessen gingen wurden uns „nachgetragen“ und abgesehen von einigen Touristen-Betrügereien bei denen es meist um ein paar Franken ging, sind wir ungeschoren davongekommen.

Neben einer Dampfkochtopf-Attacke auf meine Stirn, einer handvoll harmlosen Stürzen mit einigen Kratzern und einigen Magenproblemchen sind wir gesund geblieben. Verloren haben wir also nicht’s matrielles, dafür eine ganze Reihe von Vorurteilen. Besonders China hat sich als ein angenehmes Reiseland erwiesen und hat nicht viel mit dem zu tun was man in Europa über diesen “Beinahe-Kontinent” denkt.

Neben den 5000 Fotos bleiben auch unzählige Erinnerungen die sich meist nicht genau beschreiben lassen, aber uns wohl trotzdem geprägt haben. Ganz besonders haben wir auf unserer Reise immer wieder gemerkt wie gut es wir in der Schweiz haben. Soziale, politische und finanzielle Sicherheit sind beinahe eine Selbstverständlichkeit für uns. In Asien leben immer noch Millionen von Menschen die der Willkür ihrer Regierungen ausgesetzt sind und für die saubereres Trinkwasser aus dem Hahn ein ferner Traum ist. So jammern wir in Zukunft vielleicht etwas bedachter über die “unhaltbaren” Zustände in der Schweiz ;-)

Der grosse Kulturschock, der viele Bekannte prophezeit haben, ist bis anhin ausgeblieben. Neben Zügeln, Arbeit, Post erledigen, etc. ist vielleicht gar keine Zeit geblieben um der Reisezeit nachzutrauern.
Einen kleinen “Kulturschock” gibt es jedoch in der Form der derzeitigen politischen Stimmung. Als Ausländer im Bahnhof Zürich von “Masseneinwanderung-Stopp Plakaten” begrüsst zu werden ist sicher nicht die optimale Willkommensbotschaft. Wäre schön wenn die Stimmungsmache gegen Ausländer wieder gemässigte Züge annehmen würde. Im Moment ist das ganze Getue von unseren rechten Parteien nur noch peinlich, wenn ich zurückdenke wie wir in allen Ländern unserer Reise mit offenen Armen und völlig unvoreingenommen empfangen wurden… Höchste Zeit wieder ein wenig differenziert zu politisieren statt alle in einen Topf zu werfen und mit der Ausländerthematik Wahlkampf zu führen.

Nach einem Jahr als Velonomaden haben wir nun wieder in Luzern Fuss gefasst und geniessen den Komfort von eigenen vier Wänden. Mit der Wohnung von Cecile und Sämi, die im Moment in Südamerika unterwegs sind, haben wir für die nächsten drei Monate eine Bleibe gefunden. Ihr seit jederzeit willkommen uns an der Zähringerstrasse in Luzern zu besuchen!

Neben einigen Gedanken sollen lassen wir auch mit den Bildern die Reise nochmals Revue passieren. Aus 5500 Fotos eine Auswahl zu treffen ist allerdings nicht ganz einfach, daher diesmal eine etwas umfangreiche Galerie.

Seidenstrasse live!

Leise surren unsere Pneus auf dem feinen Asphalt der Strassen von Dushanbe. Ein Geräusch, dass wie Musik ist für unseren Ohren ;-) Auf dem Weg zur Grenze zu Usbekistan rollen wir an der drittgrössten Aluminiumfabrik der Welt vorbei. Eine der wenigen Ressourcen von Tajikistan ist die Wasserkraft und gewaltige 40% der ganzen Stromproduktion werden von dieser energiehungrigen Fabrik geschluckt.

Der Grenzübergang nach Usbekistan ist unerwartet einfach. Die Grenzbeamten verzichten glücklicherweise darauf alle unsere Gepäckstücke systematisch zu durchsuchen…
Im usbekischen Grenzort wollen wir die Abfahrtszeit des Zuges nach Samarkand ausfindig machen. Eine Gruppe von Gleisarbeitern informiert uns mit Händen und Füssen und ein paar Brocken Deutsch, dass der Zug erst Morgen fährt. Ali, einer der Gleisarbeiter, lädt uns kurzerhand zu sich nach Hause ein. Wir nehmen dankbar an und sitzen schon bald vor einem stattlichen Nachtessen und werden mit Bier und „tschutt-tschutt schnaps“ (ein bisschen vodka ;-) versorgt. Die Kinder sprechen fliessend Englisch und so klappt es auch mit der Verständigung super. Später steht noch ein Besuch bei der Nachbarsfamilie auf dem Programm. Die elfjährige Tochter hat Geburtstag und wir werden zu einem „Happy Birthday-Ständchen“ genötigt. Allzu schlimm kann’s nicht gewesen sein, die ganze Runde applaudiert auf jedenfall ;-) Nach mehr „tschutt-tschutt vodka“ und der Aufforderung von all den traditionellen Gerichten zu probieren, wird die Stereoanlage aufgedreht und die Frauenrunde bittet zum Tanz… Nach einigen ungelenken Piruetten „rettet“ uns Ali und wir kommen zu unserem verdienten Schlaf. Wirklich ein herzliches Willkommen in Usbekistan.

Am nächsten Morgen schnallen wir unsere Stahlrösser auf ein Taxi und fahren nach Samarkand. Erst geht’s durch endlose Baumwollfelder (der Hauptgrund, dass der Aralsee heute fast ausgetrocknet ist…), eine hüglige Wüstenlandschaft und schlussendlich noch über einen steilen Pass.

Samarkand war früher eine der wichtigsten Seidenstassenstädte. Viel Aufwand wurde in die Restauration von all den Bauwerken gesteckt und heutzutage wirkt die Stadt fast ein wenig wie Disneyland. Nichts desto trotz sind die verschiedenen Moscheen, Minarette und Mausoleen atemberaubend. Verziert mit feinen Mosaik sind die Details an den Bauwerken eine Augenweide.
Zum erstenmal in Zentralasien hat es hier auch wieder Touristengruppen. Besonders die Franzosen sind allgegenwärtig und die Souvenierhändler sprechen einem nicht selten mit „Bonjour“ an…

In Usbekistan gibt es auch wieder anständige Unterkünfte zu einem vernünftigen Preis. Die zahlreichen Bed & Breakfast sind gut geführt und das „Zmorge“ ein wahres Festessen nach der Zeit in Tajikistan… Per Taxi besuchen wir auch Bukhara, eine weitere Stadt aus der Zeit der Seidenstrasse. Auch hier gibt’s viel zu sehen und wir treffen wieder auf andere Velofahrer, die wir in Laos und China getroffen haben. So gibt es wieder viel zu erzählen beim gemeinsamen Nachtessen.

In Tashkent, der Hauptstadt von Usbekistan machen wir unsere Velos parat für den Flug, schlendern nochmals durch die grossen Basare, essen nochmals gut auswärts und geniessen unterhaltsame Abende mit anderen Reisenden. Die Rückkehr steht nun unmittelbar vorzu. Zwar verlassen wir Asien sicher mit einem weinenden Auge, aber nichts desto trotz freuen wir uns auch sehr auf unsere Rückkehr in die Schweiz! Bis bald!!!